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BaldMan's Mojo

Antonio Pinto Carvalho Modell 6C

Antonio Pinto Carvalho (APC) ist der größte Hersteller von akustischen Gitarren in Portugal. Diese 6C brauchte etwas Zuwendung.

Bestandsaufnahme

Die Bünde waren angelaufen. die bundenden waren sauber abgerichtet, aber nicht verrundet. Das Griffbrett war knochentrocken.

Die Stegeinlage (Knochen) war gruselig. Ich würde sagen grob mit der Axt gearbeitet. Außerdem war sie falsch angefertigt. Die (meist kompensierte) Stegeinlage von Stahlsaitengitarren ist an der Oberseite spitz, wohingegen die von klassischen Gitarren rund ist. Das liegt am Material der Saiten. Eine spitze Einlage aus hartem Material wie z.B. Knochen kann die weichen Nylonsaiten beschädigen.

Der Sattel schien aus Tusk zu sein. Tusk hat in meinen Augen einen gravierenden optischen Nachteil. Unter dem Einfluss von Licht wird er unansehnlich gelbbraun/beige. Der Sattel war verfärbt und passte auch nicht perfekt.

Bünde

Zuerstmal die Gitarre geschützt. Ich mache das meist nicht mehr klassisch (Malerklebeband und darauf Panzerband) seitdem mit mal eine Rosette (war nur eine Folie) beim Ablösen des Klebebands dran hängen blieb. Stattdessen fertige ich eine Pappe an und fixiere die mit Low Tack Tape (Malerklebeband mit geringer Haftung, wie es früher zum Fixieren von tech. Zeichnungen oder auf Tapeten genutzt wurde. Gibt es nicht mehr im Baumarkt)
 
Dann wurden die Bundenden mit Micromesh Pads (z.B. von Dictum). gemacht. Durch den Schaumstoffkern verrunden die Pads die Bundenden und durch die Körnung bis 12000 werden die Enden poliert. Anschliessend Bünde poliert, Griffbrett gereinigt und neu geölt.
 

Stegeinlage

Mit dem alten Steg schepperte die Gitarre nicht. Also erstmal ein langes Lineal vom 1. Bund zum Steg elegt und die Höhe am 12. Bund geprüft. Damit konnte die alte Stegeinlage als Muster für Höhe genommen werden.
 
Wenn ich einen Sattel oder eine Stegeinlage versemmel schmeiss ich den Knochen nicht gleich weg. Vielleicht passt er ja woanders. War auch hier so. Ich musste nicht bei Null anfangen. 2 Zehntel zu dick.
 
Ich muss mir mal einen Halter für das Schleifen von dünnen Teilen auf dem Schleifbrett bauen. Irgendwie gehen so dünne Teile immer auf die Fingerkuppen.
 
Der Rohling wurde auf die passende Dicke geschliffen, in Form gefeilt und poliert.
 
 

Der Sattel

Zuerstmal war die Sattelnut sauber. Der Sattel war nämlich nicht fixiert. "Klassisch" soll der Sattel ja nur durch den Saitenzug geklemmt werden. Das funktioniert aber außer bei einem Stratsattel in den wenigsten Fällen, da die Saiten keinen symmetrischen Zug zu des Seiten ausüben. Irgendwann fängt das Ding an zu rutschen.
 
Der Sattel selbst war eigentlich unkompliziert. Aber der Teufel steckt oft im Detail. Der Sattel einer Konzertgitarre ist größer als der einer E-Gitarre oder einer Westerngitarre. Da musste erstmal ein passendes Stück Knochen gefunden werden. Und dann war das Schleifen des Rohlings 3 Versuche wert. Bei den ersten beiden Versuchen zeigten sich nach dem Schleifen Fehler in der Knochenstruktur. Der 3. wurde es dann. Das Feilen der Sattelschlitze verlief dann nach Plan.
 
Sättel für Klassikgitarre nerven mich fast immer. Die sind oben gerade. Und das ist schwieriger zu arbeiten, als rund wie bei einer Westerngitarre. Bei einer Westerngitarre nehme ich von Stewmac den Nut and Saddle Vise . Der ist genau rechtwinkling. Der Tisch von meinem Tellerschleifer auch. Das Ding mit eingespannten Sattel auf den Tisch vom Tellerschleifer und dann locker aus dem Handgelenk auf Höhe schleifen.
 
Bei einer Konzertgitarre ist das wie gesagt gerade zur e-Saite hin etwas abfallend. Das geht nicht komplett mit der Maschine. Rest wieder auf dem Schleifbrett. Und dann ds Teil in Form gefeilt/geschliffen und poliert
 
 

Fertig

Saiten drauf und fertig. Ich kann mir nie merken, wie die Knoten gemacht werden. Also Beispiel gesucht und diesmal (in meinen Augen) die ultimative Technik gefunden in einem Video Norbert Wolf, Berlin. Die spanische. Knüpfung. Superschnell und superfest.
 
 
 
 
 
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