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BaldMan's Mojo

96er Gibson LesPaul Standard - Kopfplattenbruch

Meinem Freund Tö war seine Gibson umgefallen. Kopfplattenbruch.

Bestandsaufnahme

Ganz so schlimm war es nicht. Glatter Bruch in der Kopfplatte.Und (in diesem Fall) erfreulicherweise verwendet Gibson bei etlichen Modellen ein Overlay. Nix Inlay mit Gibson Schriftzug, Siebdruch für das Modell usw.. Das Ovelrlay ist komplett fertig mit allem, wir deinfach drauf geklebt und ist entweder aus Vulkanfiber oder Holz. Hier schien es Fiber zu sein. Das Ding hatte nämlich gehalten. Alles hing dran - nichts war verschoben.

Reparatur

Auch wenn ein Bruch so gut wieder zusammen passt wie hier, sollte man nicht einfach Leim reinhauen und 'ne Zwinge raufhauen. Der Druck sollte vollflächig erfolgen. Also mindestens eine, besser 2 Druckplatten herstellen.
 
Pappschablonen angefertigt, auf Siebdruckplatte übertragen und zugesägt. Nun hat das Ganze aber einen Haken. 2 Platten, die verrutschen können, mehrere Schraubzwingen und nur 2 Hände. Mordsfummelei und nicht sehr sicher. Meine erste Idee war, die beiden Platten mit 10er Rundhölzern zu verbinden. Das ging schief. Irgendwie hatte ich doch nicht 100% genau gebohrt.
 
Neue Idee. Aus den Platten eine Vorrichtung bauen. Die Platte auf der Vorderseite sollte Schrauben M8 bekommen. Länge 2 x Druckplatte + Headstock + 10mm für die Mutter. Gab im Eisenwarenladen aber nur Senkkopf mit Inbus und durchgehendem Gewinde (das war wichtig). Da eine 8er Schraube ja schlecht in einem 10er Loch hält, wurde die vordere Platte nochmal mit Bohrungen 6,5 mm angefertigt. 6,5 bei 8er Schrauben? Yep - man kann nämlich auch in Holz Gewinde schneiden und das hält ziemlich gut.
 
Fertig gemacht, anprobiert und Gewinde zu kurz. Vermessen? Nö - die neue Platte für die Front war dicker. Jetzt war ich froh, dass ich die Senkkopfschrauben genommen hatte. 5 mm tiefer gesenkt und alles passte und funktionierte.
 
Die Platten wurden auf der Druckseite mit transparenten Klebeband beklebt. Da hält kein Kleben und kein Leim dran. Bei der Rückseite wurde die Platte an den Seiten gewachst. Gleicher Effekt. Da klebt nichts fest.
 
 
Und dann ging es mit der eigentlichen Reparatur los und es wurde geleimt. Nachdem die Pressstücke am nächsten runter waren erstmal auf Festigkeit getestet und ordentlich gebogen. Fest.
 
Jetzt kam der Vorteil von Nitrolack. Mit einenm feinen Haarpinsel angelöst und über die Leimstelle geschmoddert. Und dann erstmal durchtrocknen lassen.
 
Nach dem Nassschliff des Bruches stellte sich heraus, daß Schmoddern nicht gereicht hatte. Erstmal nachgelesen, ob sich Acryllack (Spraydose) mit Nitro verträgt. Tut es. Etwas Klarlack in ein Gläschen gesprüht, mit Hammerl Farbstoff eingefärbt, mehrere Schichten aufgetragen und dann erstmal wieder durchtrocknen lassen.
 
Dass passte. Nach dem Trocknen geschliffen (1000er Nassschliff) und poliert. Dann Saiten drauf, stimmen, dehnen,stimmen und fertig.
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