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BaldMan's Mojo

Brian Moore i2000 Series

Bei der sollte ich seit Ewigkeiten den Pickuprahmen machen. 

Bestandsaufnahme

Wie gesagt war der Rahmen hin. Dann hatte sie einen kleinen Lackschaden zwischen den Pickups, der abzusplittern drohte und ein komisches sitarähnliches Sirren.

Reparatur

Das Sirren

Wenn sich eine Gitarre mehr oder weniger anhört wie eine Sitar, hat meist eine Saite zuviel Spiel in Sattel oder Brücke.

Zum Hintergrund muss man erstmal wissen, wie eine Saite schwingt. Sie schwingt nicht in Bauchform wie man es immer sieht. Wir reden hier nicht von der Frequenz (da entspricht der Grundton der bekannten Bauchform), sondern von der mechanischen Schwingung.

Vom Punkt des Anreißens entstehen 4 Wellen (2 longitudinale und 2 transversale Wellen). 2 laufen in Richtung Sattel und 2 in Richtung Brücke. Dort werden sie reflektiert, laufen gegeneinander, es kommt zu Auslöschungen usw.. Meistens ist die transversale Welle der Aulöser für den Sitareffekt. Die Saite hat einfach in Sattel oder Brücke zuviel Spiel. Ich tippte erst auf einen ausgelatschten Saitenreiter vom Tremolo. Zumal das Sirren weg war, wenn ich auf den Reiter drückte (Finger, Holzstäbchen, Rundstahl).

In diesem Fall war aber die longitudinale Welle die auslösende. Die Welle ist dafür zuständig, daß man was hört, wenn man jenseits des Sattels oder der Brücke die Saite anschägt. Die Schrauben vom Klemmsattel waren nicht angezogen. Und die e-Saite war nicht hinter der Mechanik abgeschnitten. Sie stand auch nicht einfach ab, sondern sah aus wie eine Feder und hatte Kontakt zur e- und b-Saite. Saite abgeschnitten, Klemmsattel und es war nicht mehr zu hören.

Die Brian Moore hat Klemmmechaniken und einen Klemmsattel. Eigentlich doppelt gemoppelt. Ein Klemmsattel muss immer festgezogen sein. Anders als bei einem guten konventioniellen Sattel, bei dem ein entsprechender Schlitz dafür sorgt, daß sich die Saite nicht seitlich bewegt, stoppt der die Saite durch Klemmen. Unverklemmt hat das Ding soviel Spiel wie ein altes Gartentor.

Lackschaden

Dünnflüssigen Sekundenkleber in mehreren Schichten drauf, mit einer Rasierklinge (mit Schutzkante vom Glasschaber/Kochfeldschaber - ist besster für die Finger) plan geschaubt, mit 1500er nass geschliffen und poliert. Das war's. kaum zu sehen.

Pickuprahmen

Es gibt keine hier passenden Rahmen. Einziger Lieferant ist Göldo. Flacher Rahmen 3,5mm hoch und schräg, hohen Rahmen 9 mm hoch und schräg. Benötigt wurde 6 mm hoch und gerade. Also bearbeiten. Der eingebaute Rahmen war auch bearbeitet.
 
Der Grund weshalb der irgendwann brechen musste, war auch klar. Schrauben für Pickuprahmen sind dünner als Schrauben für Pickguards. Also bohrt man auf und senkt für den größeren Kopf nach. Nur war hier 3mm gebohrt für 3mm Schraube. Das klemmt immer etwas und gibt dadurch Spannungen. Man bohrt immer etwas größer.
 
Außerdem sind die Rahmen wie gesagt auf der Unterseite gerade. Die Decke hingegen ist gewölbt (20" Radius). Hier war zwar eine Wölbung reingefeilt, aber zuwenig. Dadurch stand der Rahmen unter Spannung. Wenn man sowas macht hält man mal einen Föhn auf den Rahmen. Der Kunststoff wird etwas weich und die Spannung geht raus.
 
Zum Bearbeiten klebt man den Rahmen auf einen Träger um ihm zu stabilisieren. Ab durch den Dickenschleifer, Grate entfernen, nachbohren und -senken. Und dann fehlte noch die Wölbung.
 
Die genaueste Methode ist, die Gitarre als Schleifklotz zu benutzen. Dazu schützt man erstmal den Body mit Malerkrepp mit niedriger Haftung (USA: Low Tack Tape ) und klebt da drauf Schleifpapier. Und dann wurde geschliffen, bis es passte. Mit neuen Federn zusammengebaut und das war's.
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