Cort G Series - viel dichter am Rand geht es nicht.
Die Saiten waren Ralf zu dicht am Rand. Vor allem bei der hohen e-Saite war es knapp.
Bestandsaufnahme
Saite zu dicht am Rand. Klarer Fall. Neuer Sattel. Ok - ganz so einfach war das nicht wie sich später zeigte. Hinzu kam noch, dass die Saiten auch im Bereich des Bodies keinen gleichmässigen Abstand zur Griffbrettkante hatten.
Reparatur
Zuerstmal kam der Saitenabstand im Bereich des Bodies. Bei einer "normalen" Strat ist das easy. Meist hat der Hals in der Halstasche genug Spiel zum Ausrichten. Also Schrauben lockern, Hals ausrichten, festschrauben und gut. Bei Gitarren wie hier mit 4 einzelnen Schrauben mit Unterlegscheiben ist das schwieriger. Da ist nicht nur die Bohrung ein limitierender Faktor, sondern auch Bohrung und Spiel der Unterlegscheibe. Erstmal tat sich gar nichts. Also Hals gelöst, die Bohrungen im Body 05, mm aufgebohrt und dann ging es. Gleicher Saitenstand (Augenmaß).
Also erstmal die Saiten lockern. Bang! Es verabschiedete sich die... . Nein nicht wie erwartet die .0092 e-Saite, sonder die G-Saite. Warum? Flasch aufgezogen. Die Gitarre hatte gestaggerte Locking Tuner. Da knallt durch die Kerbe vom Festklemmen in der Saite normalerweise die e-Saite. Aber hier die G-Saite.
??????
Klare Ursache. Bei Locking Tunern wird die Saite nicht um die Mechanik gewickelt. Straff durchziehen, festklemmen und stimmen. Auf nach dem Dehnen der Saiten wickelt sich die Saite selten mehr als eine Umdrehung um die Mechanik. Wenn es mehr sind, scheuert die Saite bei gestaggerten Tunern an der Haltemutter der Mechanik und irgendwann kanllt es dann.
Also nicht lockern, sonder runter mit den Saiten. Aber vorher das freischwebende Trem festlegen. (Exkurs: Eigentlich sind die Dinger ja gar keine Tremolos, sondern Vibratos. Bei einem Vibrato (kann man spielen) ändert sich die Tonhöhe, bei einem Tremolo (Leslie) die Lautstärke. Maja - Leo Fender sei Dank für die Verwirrung. Ende Exkurs). Also in der gewünschten Position festgelegt das Ding.
Sattel raus, Sattelnut von Kleber befreit und aus einem zurecht gesägten Stück Rinderknochen einen Rohling geschliffen.
Beim Einsetzen viel auf, wo das eigentliche Problem lag. Ein neues Griffbrett ist meist scharfkantig. Im Laufe der Zeit rundet sich die kante durch das Spielen und das ganze wird angenehmer. Oder der clevere Gitarrenbauer verrundet das vorher etwas. Betonung liegt auf "etwas".
Hier hatte Cort eine Fase (45 Grad Schräge) angeschliffen/angefräst (wie auch immer). Und im Bereich es ersten Bundes zum Sattel war das schief gegangen. Viel zu groß. Am ganzen Hals war der Abstand Halskante - Griffbrettkant ca. 0,5 mm. Hier betrug er 1mm (tiefe E-Saite) und 1,5 mm (hohe e-Saite).
Der alte Sattel hatte einen Seitenabstand von 3 mm (hohe e-Saite) , d-h. 1,5 mm Griffbrettkante zu Saitenmitte und einen Abstand von 2 mm (tiefe E-Saite).
Michael "Doc" Schneider teilt in seinem Buch die Halsbreite einfach durch 12 (genauer durch 6 und dann durch 2 - ich hab das mal zusammengefaßt). Bei 41,6 mm gibt das gerundet 3,5 mm. Dan Erlewine schreibt ab Ende der Verrundung des Bundes .055" (1,4 mm). Durch die verhunzte Kante wären das 4 mm gewesen. Viel zu groß.
3,5 mm waren dann ein guter Kompromiss.
Also feilen, schleifen, polieren und das Ding einbauen. Passte.
Dann Saiten drauf und stimmen? Na ja - im Prinzip ja, aber... (Radio Eriwan antwortet). Hier hatten wir ein freischwebendes Tremolo. Also Federn ordentlich auf Spannung (Tremolo ist wie gesagt in gewünschter Position festgelegt), Saiten drauf, stimmen und dehnen. Ich nehme dazu den String Stretch (gibt es z.B. bei Thomann oder Guitar Slinger). Habe ich aus einem Video von Eddie van Halens Guitar Tec Tom Weber. Das Ding dehnt Saiten gleichmässig (Nylon Saiten nur bedingt) über die gesamte Länge. Teilweise 1,5 Töne Unterschied zwischen vorher und nachher.
Okay - und dann wieder stimmen. Als nächste wird dann das Tremolo entsperrt. Durch verstellen der Federn wir dann die Stimmung endgültig eingestellt. So behandelt verstimmt sich auch ein freischwebendes Trem kaum. Und das war's. Fertig.
