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BaldMan's Mojo

LAG Tramontane - Sattel (Nut) und Stegeinlage (Saddle)

Ralf kam mit dieser wunderschönen LAG Tramontane an. Die Saiten würden öfter beim Stimmen aus dem Sattel springen.

Bestandsaufnahme

Kurz gesagt - der Sattel war Mist. Bei Gitarren mit Mechniken an der linken und der rechten Siete der Kopfplatte knicken die Saiten nach innen immer stärker zur Mechanik hin ab. Dadurch entsteht ein Seitenzug.

Dazu etwas Theorie. Man sagt immer noch "Saitenschlitze halber Durchmesser der Saite". Davon halte ich nichts. Früher habe ich das auch so gemacht. Bis ich einen Kunden hatte, der heftige Bendings in den unteren Lagen spielte. Bang - und raus. Deshalb feile ich Sättel ein kleinwenig tiefer. Und ich verwende gerade Feilen und keine v-förmigen.

 

Gerade Sattelfeile   V-förmige Sattelfeile
Gerade Sattelfeile   v-förmige Sattelfeile

 

Was passiert nun in einem Seitenschlitz, der mit eine v-förmigen Feile gefeilt wurde bei Seitenzug? Die Saite fängt an zu klettern und - bang. Bei einer Saite, die nur zur Hälfte im Schlitz liegt, kann ds auch passieren. Fertigsättel wie der verwendete haben Schlitze, die zum einen meist zu groß sind (sollen ja alle Saiten passen) und zum anderen einen v-förmigen Saitenschlitz haben. Etwas tieferer Schlitz mit geraden Seiten und es passiert nicht.

Bei der Gitarre kam noch etwas unerfreuliches dazu. Bei abgewinkelten Kopfplatten feilt man die Seitenschlitze parallel zur Kopfplatte. Hier fiel der Sattel zum Kopf hin stark ab, wodurch die Saiten nur zu einem geringen Teil geführt wurden.

Meiner Meinung die Regel mit der halben Saitenstärke noch von den Klassikgitarren mit geschlitztem Kopf. Da besteht kaum Saitenzug.

Da ich keine schwarzen Knochensättel anfertigen kann, sollte die Stegeinlage auch neu. Nach abnehmen der Saiten stellte sich heraus, dass sie ohnehin im Eimer war. Deutliche Kerben of den Saiten. Typisch Kunststoff.

Der Sattel (engl. Nut)

Einer der fettesten Sättel, die ich je hatte. Drin war ein Sattel mit 6mm. Die Sattelnut hatte aber 6,5 mm. Diese Art Sattel hat meist 5 - 6 mm. Da musste ich auch bei meinen Knochen erstmal suchen.
 
Aber erstmal den Sattel ausgebaut (ging gut) und die Sattel nut gereinigt (ging weniger gut). Keine Ahnug, was die für einen Kleber genommen haben. Sekundenkleber (üblich) geht gut ab. Er splittert. Das Zeug war zäh. Mies zu entfernen und zäh unterm Sattel dämpft den Ton.
 
Der Knochen wurde zugesägt, eine Seite plan geschliffen, eine weitere (Unterseite) annähernd plan und rechtwinklig zur ersten Seite geschliffen. Dann kam der Dickenschleifer. Und als nächstes Handarbeit auf dem Schleifbrett.
 
Und dann der nächste Versuch. Die Struktur des Knochens war auf einer Seite zu porös. Auch der ging schief. Nach dem ersten Schleifen war klar, daß sich aus dem Knochenstück nur ein kleinerer Sattel fertigen liess. Versuch Nr. 3 passte dann. Und wieder hatte ich "Pech". Das war das härteste Stück Knochen, dass ich je hatte. Oder es lag an der Größe. Jedenfalls dauerte das Feilen der Saitenschlitze ewig. Irgendwann war er dann aber doch fertig.
 

Die Stegeinlage (eng. Saddle)

Saddle und Sattel sorgt in der Kommunikation doch immer wieder für Verwirrung. Aber egal.
 
Ein passendes Stück Knochen wurde am Bandschleifer erstmal an zwei Seiten im annähernd rechten Winkel zueinander geschliffen. Wirklich plan ist das danach noch nicht. Das kam danach für eine Seite am Schleifbrett. Dann auf den Führungsklotz für den Dickenschleifer geklebt (3m Klebefilm) und mit etwas Übermass auf Dicke geschliffen. Und dann kam wieder das Schleifbrett. Das hasse ich. Bei so dünnen Teilen muss man immer höllisch aufpassen, daß nicht irgendwann die Fingerkuppen durch sind. Irgendwann passte der Rohling dann in die Stegeinlage. Unterseite plan und rechtwinklig geschliffen (der Stewmac Nut + Saddle Sander erleichtert das sehr), die Kontur der alten Stegeinlagen übernommen, Kompensation angezeichnet und gefeilt (Sch... Fummelzeugs) und dann das Ding verrundet und poliert. Das war's. Liest sich schnell, aber dauert 'ne Weile.
 

Fertig

Saiten drauf, stimmen und erledigt. Das war's.
 
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