Ibanez SZ520QM
Lt. Seriennummer wurde die Gitarre in Korea von World Co. gebaut. In dieser Form wurde sie dort von 2003 – 2008 gebaut (die verwendete Gibraltar III Brücke wurde erst ab 2003 bei der SZ verwendet). Wahrscheinlich ist sie Bj. 2005 (erst ab 2005 gab es die verwendeten Pickups), Modell SZ520QM (QM = Quilted Maple) in GAB (Gold Amber Sunburst) Finish.
Bestandsaufnahme
Die Gibraltar III Brücke hatte sich durchgebogen. Dadurch folgten die Saiten nicht mehr dem Griffbrettradius und D- und G-Saite klirrten leicht. Dies war auch am Verstärker zu hören. Die Brücke ist zwar von Ibanez nicht mehr lieferbar, aber es gibt sie noch aus Fernost mit guten Bewertungen. Sie musste unbedingt ersetzt werden, solange sie noch zu bekommen ist.
Der Kunststoffsattel war verschlissen und musste ersetzt werden.
Einig Bünde hatten zwar leichte Hochstände, aber die waren irrelevant. Beim Spielen trat nirgendwo (von den Geräuschen, die durch die Brücke verursacht wurden abgesehen) ein Geräusch auf. Die Bünde waren in einem guten Zustand und müssen lediglich poliert werden.
2 Potis waren verschlissen und knisterten. Der Schalter machte deutliche Geräusche beim Umschalten. Der Schalter ist kein Standardmodell, aber noch lieferbar.
Elektrik
Die Elektrik war sauber aufgebaut. Allerdings werde ich nie verstehen, warum man zu lange Kabel einbaut und dann mit einem Kabelbinder bündelt.
Der Potitausch verlief (fast) ohne Probleme. Lediglich beim Tonpoti war gepfuscht. Die Ausfräsung war etwas zu klein. Dadurch saß das Poti unter Spannung und schief. Aber das Problem konnte mit dem Forstnerbohrer behoben werden. Die Abschirmung wurde ausgebessert. Zum einen wg. des Potis, zum anderen weil sie nicht sauber über den Rand des Elektrikfaches ging und damit kein sicherer Kontakt zur Abschirmung des Deckels gegeben war.
Ein Problem war der Schalter. Ähnlich wie bei einer PRS werden hier bei Mittelstellung des Schalters nicht beide Humbucker parallel geschaltet, sondern die inneren Spulen beider Humbucker werden quasi zu einem dritten Humbucker geschaltet. Deshalb sind es auch keine Standerhumbucker. Einer ist "anders rum". Normalerweile ist die Polarität Nord-Süd-Süd-Nord. Da man aber nicht 2 Südspulen zusammenschalten kann, ist die Polarität N-S-N-S.
Deshalb ist der Schalter auf kein normaler Toggle Switch, sondern ein 4-poliger On-On-On Schalter. Und den lässt sich Ibanez fürstlich mit 56.- Euro bezahlen. Einen elektrisch baugleichen Schalter gibt es von Warwick für 26.- Euro. Immer noch viel Geld. Beide Schalter haben zudem einen Hebel, der kürzer ist als bei einem normalen Toggleswitch. Die Lösung fand sich dann für 6.- mit guten Bewertungen bei Aliexpress. Und zwar nicht nur mit kurzem Hebel, sonder auch mit normal langem Hebel. Für China ist 6.- immer noch deutlich.
Worauf man unbedingt achten muss, ist die Belegung der Pins. Nur weil 2 Schalter dasgleiche machen, heisst das nicht, das die Pinbelegung gleich. Also alt und neu vorm Griff zum Lötkolben durchmessen, Pinbelegung notieren und erst dann zum Lötkolben greifen.
Beim Ausbau hatte ich bemerkt, dass der Schalter nich richtig fest saß. Beim Einbau fiel auf warum. Die Gitarre hat eine gewölbte Decke. Und natürlich ist alles im E-Fach parallel zur planen Unterseite gefräst. Decke und Boden bilden also einen Keil. Bei Potis und normalen Schaltern ist das kein Problem das zieht sich. Dieser Schalter hat eine größere Auflagefläche als ein Poti und damit war ein Problem. Es wurde als ein passender Keil mit einer 12 mm Bohrung gefertigt und damit war der Schalter rechtwinklig zur. Decke.
Funktionstest - alles ok.
Brücke
Die bog sich wie gesagt leicht durch. Und es gibt sie nicht mehr von Ibanez. Ersatz fand sich dann wieder (mit guten Bewertungen) bei Aliexpress. Man muss bloss suchen und sich viel anschauen. Der Name Gibraltar ist nämlich geschützt. Also heisst die Brücke anders. Der Austausch war easy. Los geschraubt -fest geschraubt und das war es.
Hals & Sattel
Erstmal den Sattel ausgebaut. Holzklotz, Hammer und ein trockner Schlag. Und große Freude. Fast aller Kleber blieb am Sattel und nicht in der Sattelnut.
Danach wurden die Bünde neu poliert, das Griffbrett gereinigt und neu geölt.
Dann einen Rohling geschliffen, Saitenschlitze gefeilt ...und versemmelt. Schlicht und einfach 180 Grad verdreht und e- und b-Saite da gefeilt, E- und A-Saite hingehören. Ist mir lange nich passiert. Jetzt markiere ich die Einbaurichtung nicht mehr nur von unten. Nächsten Tag den nächsten und beim Saiten aufziehen gemerkt ...versemmelt. Das hatte ich lange nicht. Der Abstand zwischen E- und A-Saite war zu groß und zur D-Saite zu klein. Nächster Versuch. Anzeichnen, Kerben und Vorfeilen genau kontrolliert Und versemmelt. Das liess sich aber glücklicherweise korrigieren.
Was war die Ursache? Sattelfeilen sind rund. Und die 040er Feile war auf der linken Seite (E-Saite) stumpf geworden. Dadurch zog die Feile beim fertig feilen nach rechts zur D-Saite hin. Also erstmal alle Feilen kontrolliert und Ersatz bestellt.
Der Rest lief dann wie gewohnt.
