Ein alter P Bass braucht etwas Hilfe
Auf kleinanzeigen.de habe ich eine Anzeige "Bastler sucht...", weil ich immer was neues zum wieder fitmachen suche. ist eben mein Hobby. Josef hatte mich angeschrieben, weil diverse Sachen hatte und sich von trennen wollte. Beim Abholen schlug er dann vor, statt Bezahlung seinen Bass fit zu machen. Deal.
Bestandsaufnahme
Der Bass war alt, abgerockt und hatte schonmal einen anderen Hals bekommen. Mal von oben nach unten.
An den Mechaniken waren die Schrauben an den Zahnrädern nicht richtig fest und 2 Hülsen waren nicht richtig drin. Es war ein nicht passender Satenniederhalter montiert. Eine Saite sprang drunter hervor, als ich die Spannung etwas löste. Der Sattel war zwar anscheinend aus Knochen, aber auch nicht gerade gut.
Die Bünde waren sowas von scharfkantig.
Die Schrauben im Pickguard saßen schief.
Elektrik getestet. Die Potis waren lose und britzelten. Und dann ging der Stecker vom Kabel nicht mehr raus. Also erstmal alles auseinander gebaut. Beim Auseinanderbauen fiel auf, das fast alle Schrauben vom Pickguard schief saßen. Das hiess verdübeln und neu bohren.
Der Stecker saß fest, weil das Massekabel zur Brücke durch die Buchse lief und den Stecker blockierte. Und dann war es an der Lötstelle um Poti ab.
Warum? Kein Kabel, sondern ein Draht. Und die Potis waren lose. Das Problem kennt jeder, der einen Draht schon mehrmals hin- und hergebogen hat. Knack. Materialermüdung. Mann sollte keine Drähte in Gitarren verbauen. Irgendwann brechen die immer.
Die Kabel der Elektrik waren völlig ungeeignet. Der Kondensator war ein echter Klopper. Der Wert stimmte zwar, aber der TAD Kondensator war für Röhrenschaltungen. 600V Spannung. Aber das musste eh alles neu gelötet werden.
Und bei der Abschirmung hatte sich jemand Mühe gegeben. Kupferfolie. Nur leider ohne jede Wirkung, da die Masseverbindung fehlte.
Wg. des Massedrahtes zur Brücke musste die auch noch runter. War gut so. Die Bohrungen für die Schrauben waren völlig ausgelatscht und mussten verdübelt werden.
Body
Elektrik
Hals und Sattel
Erstmal den Sattel entfernt. Da zeigte sich wieder einmal, warum ich gebleichte Knochen nicht mag. Bleichen macht den Knochen hart und spröde. Er kam in Stückchen raus.
Einige Bünde waren etwas hochgekommen. Die wurden mit dem Bundierhammer zurückgeschlagen.
Dann wurden Hochstände der Bünde entfernt und alle Bünde neu verrundet damit sie auch alle dasgleiche Profil hatten.
Die Bundenden waren scharfkantig wie Sau. Abgerichtet, entgratet, verrundet, geschliffen und poliert. Und dann wurden die Bünde geschliffen (erst 800er und dann 1000er Körnung) und neu poliert.
Die Sattelnut wurde gereinigt und ein neuer Sattel angefertigt. Glück gehabt. In der "Vergurkt-aber-vielleicht-passt es woanders" Kiste fand sich ein fast passender Rohling. Mal nicht direkt beim Knochen anfangen. Der Rohling war nur einen Hauch zu dick.
Zusammenbau und Setup
In der Halstasche waren 2 Scheiben aus Pappe. Mal abgesehen davon, dass die oft gar nicht notwendig sind, ist Pappe ein ungeeignetes Material, da sie sich zusammenpresst. Oft sind Scheiben aber gar nicht notwendig.
Hals und Body zusammengeschraubt und...wieder auseinandergeschraubt. Eine Bohrung für der Halsschrauben war nicht tief geung. Nachgebohrt und von vorn.
Saiten drauf, Hals ausgerichtet und dder nächste Mist. Der Saitenniederhalter saß nicht mittig zwischen den Saiten. Los geschraubt, neu gebohrt und wieder montiert. Passte.
Ups. Beim Saitenreiter der E-Saite fehlten die Höheneinstellschrauben. Neue rein.
Die Einstellung schien erstmal in Ordnung zu sein. Aber die Reiter der E- und G-Saite lagen auf. Also doch eine Scheibe. Die Pappe war 0,8mm. Eine Scheibe aus 0,8mm Hartholz angefertigt. Hals ausgebaut, Scheibe rein und von vorn. Jetzt war der Halswinkel zu groß. Ok - das war zu vermuten. Pappe wird wie gesagt komprimiert. Nochmal von vorn mit einer 0,5mm Scheibe. Das passte.
Der Rest verlief dann unspektakulär. Eingestellt und fertig.
