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BaldMan's Mojo

Fender Jazz Bass - Squier Series - Made in Mexiko

Die Bünde waren etwas runter - sagte Christoph

Bestandsaufnahme

Damit hatte er recht. Alle waren etwas flach und mit Spielspuren, aber noch abrichtbar. Und sie waren am Ende nicht sauber verrundet und teilweise scharfkantig. Der Sattel sah etwas merkwürdig aus. Als hätte jemand eine v-förmige Sattelfeile schief angesetzt.

Als die Saiten runter waren, war das Problem klar - die Saitenschlitze waren viel zu weit. Die E-Saite hatte z.B. 0.100" und der Saitenschlitz 0.125". Das sind 0,64mm! Ein Saitenschlitz wird immer etwas größer gefeilt als die Saite (hier 0.105" - das ist 0,12 mm) damit die Saite nicht klemmt. Bei einem Bass kann man sie auch genau passend feilen und dann mit einer feinen dünnen Feile (z.B. Nagelfeile) etwas v-förmig erweitern.

Hier sorgte der zu große Schlitz dafür, dass die Saite an der Seite des Schlitzes im Bund hochkletterte. Also war ein neuer Sattel nötig.

Die Ausrichtung des Halses stimmte auch nicht. Die Halstasche hatte genug Luft zum Ausrichten, aber die Schrauben saßen schneidend im Body. Typisch Fender. Die Bohrung im Body sollte immer etwas größer als die Schraube sein.

 

Bünde

Zuerstmal wurden die Tiefstellen korrigiert und anschliessend Hochstände beseitigt und alle Bünde neu verrundet. Dann wurde das Griffbrett mit Waschbenzin gereinigt. Hier war nichts gröberes zur Reinigung erforderlich. Es ging lediglich darum, Handschweiss und alte Griffbrettpflege zu entfernen. Das Griffbrett wurde mit meiner Lieblingspolitur neu geölt.
 
Ich öle das Griffbrett immer vor den abschließenden Schritten. In ein frisch geöltes Griffbrett setzt sich Schleifstaub und Polierpaste (hart - wachsbasiert) nicht so rein.
 
Danach die Bünde mit Nassschleifpapier 1000 geschliffen und die Bundenden poliert (Micromesh bis 12000). Das mache ich vor dem Polieren der Bünde. Wenn man mal mit dem Micromesh auf die Bünde abrutscht, gehen die Kratzer beim Polieren wieder raus.
 
Als nächstes mit dem Dremel poliert und fertig.
 

Sattel

Erstmal ein passendes Stück Knochen gesucht. Hier ist immer der Blick gefragt. Passt der Sattel in den Knochen? Wenn ja kann man es auch schleifen. Egal wie bescheuert die Form des Knochens ist.
 
Eine Seite plan geschiffen, auf den Führungsklotz geklebt und ab durch den Dickenschleifer. Natürlich mit etwas Übermaß. Die Feinarbeit kam dann auf dem Schleifbrett. Als die Dicke passte wurde die Unterseite des Rohlings am Walzenschleifer auf den richtigen Radius geschliffen und die Länge angepasst. Am Tellerschleifer bekam der Sattel seine vorläufige Höhe.
 
Vorläufige Höhe? Die landläufige Regel ist ja, daß die Saite zu Hälfte im Sattel liegen soll. Aus Sicherheitsgründen mache ich das immer etwas tiefer. Hab's bei Gitarren schon gesehen, daß Saiten bei extremen Bendings raus sprangen. Die vorläufigen Höhe ergibt sich aus Bundhöhe + Spiel + Saitendicke (beim Bass 2/3 Saitendicke). Je weniger man die Schlitze feilen muss, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit schief zu feilen.
 
Nach dem Feilen der Schlitze ging's nochmal an den Tellerschleifer und der Sattel erhielt seine endgültige Höhe. Dann mit der Feile und 400er Schleifpapier in Form gebracht, poliert und eingebaut.
 
Was mich bei Fender Mexico immer wieder nervt, ist, daß die die Sattelnut sehr flach fräsen. Bei Modellen aus  USA und Asien (auch bei Squier) ist die tiefer. Dadurch hat der Sattel einen besseren Halt.
 

Zusammenbau und Setup

Wie schon gesagt saß der Hals nicht ganz richtig. Die Bohrungen für den Hals (4 mm Schrauben) wurden auf 4,5 mm aufgebohrt. Hals montiert und Saiten drauf. Jetzt liess sich der Hals auch ausrichten.
 
Setup überprüft - alles ok. Das Ding war fertig.
 
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